Nachdem am Vorabend bei Güssing, die Österreichischen Meisterschaften im Nach-OL wegen einer massiven Gewitterfront abgebrochen wurden, da aufgrund von Starkregen, Hagel, Sturm und regionalen Stromausfällen wegen umgestürzter Bäumen die Sicherheit der Athletinnen und Athleten im Wald nicht mehr gegeben war, fanden am Sonntag bei sonnigen Herbstwetter die vorverlegten Sprint Staatsmeisterschaften in der Grazer Innenstadt statt.  

Für mich war die ÖSTM Sprint eine Standortbestimmung, weil es heuer keine internationalen Wettkämpfe gab und auch der heimische Wettkampfkalender sehr reduziert wurde. Zudem bin ich gerade erst vor vier Wochen aus Finnland angereist. Orientierungslauf ist in Skandinavien eine Volkssportart, deshalb habe ich in den letzten zwei Jahre überwiegend in Finnland gelebt, trainiert und bin dort als „Legionär“ für einen finnischen Verein gelaufen. Diese Eigenimitative wurde vom österreichischen OL-Verband, sowie dem Heeresleistungsportzentrum unterstützt und hat mir definitiv einen Schritt in meiner sportlichen Entwicklung ermöglicht.   

Den Bewerb in Graz, gewann der Neuseeländer und Vizeweltmeister 2018 Tim Robertson, dicht gefolgt von den österreichischen Herren der Staatsmeisterschaftswertung. Bei den Herren zeigte Robert Merl (ASKÖ Henndorf) dass er heuer Österreichs Nummer eins im Sprint ist und gewann Staatsmeisterschafts Gold vor mir und ex aequo Timo Sutter, einem Schweizer. Fünfter im Bewerb und Staats Bronze ging ebenfalls zeitgleich an Gernot Ymsen (HSV Pinkafeld) und Mathias Peter (OLC Graz).  

Das Ergebnis spricht für sich, es war wirklich ein spannendes Rennen bis zum letzten Starter! 

Am Beginn des Rennens waren viele kurze Posten mit fordernden Routenwahl-Entscheidungen im Grazer Volksgarten, wo wenig Zeit zum Vorplanen bzw. viele Richtungswechsel das Orientieren erschwerte. Aufgrund der Corona Bestimmungen durften die Starter der anderen Kategorien nicht zu lange in der Arena verweilen und wurden daher eingeladen, sich zum anfeuern ins freie Gelände zu bewegen. So entstand vor allem im Park, wo die Zuseher freie Sicht auf uns Eliteläufer hatten, auch ordentlich Stimmung, was einem während dem Laufen zusätzlich motiviert, doch auch aus der Konzentration bringen kann.  Ich konnte im Park einen kühlen Kopf bewahren und war bereit für die längeren Routenwahlen über die Siedlungsgebiete zu den nächsten OL-Posten entlang der Mur. Dort gab es in der verkehrsberuhigten Zone nochmals zwei Gebiete wo es tricky zum Navigieren wurde und nach 30 angelaufen Posten erreichte ich als Führender die Ziellinie.  

Anschließend hieß es für mich abzuwarten was die anderen Athleten mit späteren Startzeiten noch zeigen werden. Der Wettkampf wurde regelrecht zu seinem Sekundenkrimi. Mittels Zwischenzeitposten wurde live über den Stand im Gelände berichtet. Meine Kontrahenten waren anfangs im Park deutlich schneller, doch verloren in den übrigen Abschnitten permanent Zeit auf mich und belegten im Ziel jeweils die Plätze hinter mir oder liefen zeitgleich zu mir ins Ziel.  Bis zu den letzten Startern war es nicht klar, ob ich mich über eine Medaille freuen kann, oder es doch nur Blech wird. Aber nach einer gefühlten Ewigkeit und nervösen Tänzeln in der Zielarena dann die Gewissheit, ich bin Vizestaatsmeister und überglücklich!  

Es ist schön wieder am heimischen Podium zu stehen und endlich wieder Wettkämpfe zu laufen. In zwei Wochen finden im Raum Klagenfurt noch die weiteren Staatsmeisterschaften über die Mittel und Langdistanz statt. Ich bin gespannt, wie mir die Umstellung aus den flachen finnischen Wäldern zu den Kärntner Höhenmeter gelingen wird. 😉
LG Matthias

Über den Autor
Matthias Reiner

Verein: Naturfreunde Villach
Sportart: Orientierungslauf
Geburtstag: 07.02.1994

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