ROSA DONNER im Interview
In wenigen Tagen startet für dich die ersten Grand Slam-Regatta in einer neuen
Bootsklasse und mit einer neuen Vorschoterin. Wie gespannt bist du auf euren ersten
offiziellen Auftritt?
Wir haben das letzte halbe Jahr sehr viel trainiert. Wir haben wirklich versucht, jede Stunde
am Wasser zu nützen und freuen uns sehr auf die anstehende Regatta. Generell hat die
Trofeo Princesa Sofia für uns keinen relevanten Ergebnisbezug – wir wollen uns in der
großen Fleet vergleich, schauen, wo wir stehen und uns weiterentwickeln.
Erzähle uns nochmal, wie ist zum Umstieg und zur Partnerschaft mit Marion
gekommen?
Nachdem meine 470er-Kampagne quasi in die Brüche gegangen ist, habe ich mich
umgeschaut, welche anderen Optionen für mich in Frage kommen, um mein großes Ziel, die
Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles, zu erreichen. Es stand dann
rasch ein Wechsel in eine andere Bootsklasse im Raum – und es wurde eben der 49erFX.
Marion habe ich dann eigentlich zufälligerweise durch eine Facebook-Anzeige gefunden und
sie hat sich auch beim ÖSV gemeldet und gesagt, ja, sie hat einen österreichischen Pass
und würde gerne eine Kampagne segeln. Und dann hat sich das eine mit dem anderen
gefügt und wir haben uns zusammengetan und jetzt trainieren wir gemeinsam seit einem
Dreivierteljahr.
Nach mehr als einem dreiviertel Jahr 49erFX – wie groß war die Umstellung und das
Zusammenfinden als neues Team wirklich und wie schwierig war sie?
Ich kann auf jeden Fall sehr viel Know-how vom 470er mitnehmen, aber generell musste ich
die ganze Technik neu lernen. Es ist ein recht großer Umstieg – weil der 49erFX ist ein ganz
anderes Boot ist. Ein neues Team zu formen ist eine große Herausforderung. Wir haben uns
gegenseitig quasi annähern, viel Vertrauen aufbauen und die Grenzen und Privatsphären
voneinander respektieren müssen. Aber wir geben gerade alles, umso schnell wie möglich
den „Gap“ zu den Top-Teams zu schließen. Bis jetzt bin ich mit der Entwicklung zufrieden –
aber der Weg zu meinem großen Ziel ist noch lange.
Die treibende Kraft hinter dem Projekt ist euer gemeinsamer Olympia-Traum. Wie
greifbar ist dieser Traum mittlerweile und wo befindet ihr euch auf eurer „Road to LA“
aktuell?
Unser nächstes großes Ziel ist die Weltmeisterschaft 2027 in Gydina. Dann werden erstmals
Nationentickets für die Olympischen Spiele in Los Angeles ausgesegelt – da wollen wir das
erste Mal aufzeigen. Bis dorthin müssen wir einfach schauen, dass wir alle Puzzleteile so gut
wie möglich zusammenfügen.
Eines der ersten Ziele war eine „komplette Rennsaison 2026“. Die wird es jetzt geben.
Was sind die Ziele für diese Saison, wo wollt ihr am Ende stehen?
Ergebnisziele haben in der 2026-Saison keinen großen Fokus. Natürlich wollen wir schnell
und erfolgreich segeln, aber wir wissen auch, dass wir dieses Boot erst seit einem
Dreivierteljahr steuern – demnach wollen wir heuer weiter viel lernen, so viel wie möglich
mitnehmen und am Ende alles erfolgreich zusammensetzen, um dann mit viel Momentum in
das Jahr 2027 zu starten.
MARION LAFRANCE-BERGER
„Ich segle unglaublich gerne mit Rosa – sie ist hier ein wichtiger Anker für mich. Am
schwierigsten ist es, von der Familie getrennt zu sein, aber der Österreichische Segel-
Verband wird immer mehr zu meiner zweiten Familie. Insgesamt läuft es wirklich gut. Wir
arbeiten extrem hart an uns, haben die gleiche Leidenschaft und verfolgen dieselben Ziele.
Ich denke auch, dass wir die gleiche Hingabe haben – wir investieren jeden Tag sehr viel in
unsere Arbeit. Daher entwickelt sich alles in eine sehr gute Richtung.“
