Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu, und leider habe ich dieses Jahr in Österreich an keinen Wettkämpfen teilnehmen können. Wie es dazu kam, möchte ich nun kurz schildern.
Letzten August, am Tag nachdem ich gemeinsam mit Steffi Waldkircher und Patricia Schedifka den Staatsmeistertitel in der Mehrkampf Teamwertung gewonnen habe, brach ich nach Amerika, genauer gesagt nach Sioux Falls in South Dakota auf. Dort besuchte ich das Augustana College, und ich war Mitglied des College Track and Field Teams, den „Augustana Vikings“.
Schon bald wurde mir klar, dass Amerika bezüglich des Trainings eine andere Welt ist als Österreich. Denn obwohl ich von meinem Trainer Georg Frank gewohnt war, hart zu trainieren, lernte ich dennoch, dass es nach oben keine Grenzen gibt, was die Trainingsintensität und den Umfang betrifft. So trainierten wir bis zu dreimal täglich sechs Tage in der Woche. Extrem viel Wert wurde auf das Krafttraining gelegt, und auch die Lauf- und Sprungeinheiten waren oft richtig „zäh“.
Dass ich ohne Pause direkt aus der Sommersaison in das Training einstieg, rächte sich durch eine schmerzhafte Achillessehnenentzündung, die mich dann ein Monat lang stark behinderte und ein volles Training unmöglich machte. Stattdessen war Therapie und Aquatraining angesagt.
Im Dreisprung musste ich meine gesamte Technik umstellen, was sich als richtig schweren und langwierigen Prozess herausstellte.
So kam die College Hallensaison, welche in den USA bereits im Dezember beginnt, für mich viel zu früh, und dementsprechend waren auch meine Leistungen, mit denen ich keineswegs zufrieden war.
Leider bemerkte ich nicht, dass ich durch das anhaltend harte Training mit zu wenigen Entlastungsphasen langsam in ein schweres Übertraining fiel. Die unmittelbare Folge davon war, dass ich auch in der „Sommersaison“ am College, welche in Amerika von März bis Mai stattfindet (in dieser Zeit schneit es in South Dakota leider noch zeitweise), wiederum nicht an meine gewohnten Leistungen anschließen konnte.
Im Sprint fehlte mir die Spritzigkeit und im Dreisprung machte ich zwar Fortschritte, jedoch scheiterte ich in den Wettkämpfen immer wieder an Kleinigkeiten, der noch nicht ganz gefestigten neuen Technik.
Nach Beendigung des Studienjahres Ende Mai kam ich zurück nach Klagenfurt, und nahm mein Training beim LAC wieder auf.
Schon bald danach musste ich dem Übertraining einerseits, aber auch den vier Wettkampfsaisonen (Winter und Sommer 2013 in Österreich und Winter 2013/14 und Sommer 2014 in den USA), welche ich ohne die notwendigen Regenerationsperioden absolvierte, Tribut zollen. Ich erlitt eine Zerrung im Oberschenkel und dazu trat meine alte Achillessehnenentzündung wieder auf. An ein Sprinttraining war leider nicht zu denken.
Daher entschloss ich mich, die Wettkampfsaison Sommer 2014 auszulassen, um einen vernünftigen Aufbau durchführen zu können.
Im Sommer bereitete ich mich dann auch auf die Aufnahmsprüfung für das Sportstudium in Graz vor, welche ich auch in allen Bereichen erfolgreich absolvierte.
So bin ich seit September in Graz, und neben meinem Studium trainiere ich nach Absprache mit Herrn Frank als „Gastathlet“ bei USA Graz unter Mag. Christian Röhrling.
Die Fortschritte im Training stimmen mich zuversichtlich und ich freue mich schon auf die bevorstehende Hallensaison.

Über den Author
Christina Jellen

Verein: LAC Klagenfurt
Sportart: Leichtathletik

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