Ornago ITA
Von 7. bis 11. März 2018 debütierten „Heinrich IV“, auch einfach „Heini“ genannt, und ich bei unserem ersten internationalen Para-Turnier in Malaspina, etwa eine halbe Stunde von Mailand entfernt. Da er mit seinen 6 Jahren gerade mal ein „normales“ Turnier gestartet war, waren meine eigenen Erwartungen recht tief gestapelt – Hauptsache man kann die Prüfung durchreiten. Doch bereits am ersten Tag schloss Heini direkt an den Notendurchschnitt von Pommery an und erreichte in seiner allerersten Kür sogar 70,111 %.

Freitag: Team Test
Etwas aufgeregter ging es für uns beide dann am Freitag an unserem ersten Start. Natürlich fühlte sich alles etwas anders an als wie auf Routine und Paralympics-Pferd Pommery, jedoch versuchte ich mich – zumindest im Sattel – zu entspannen und mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren. Beim Prüfungsritt selbst hielt ich Heinrich noch zurück, da ich nicht wusste, wie er in manchen Situationen reagieren konnte, und redete gleichzeitig beruhigend auf ihn ein. Für diesen „auf Sicherheit“ bedachten Ritt bekamen wir dann gleich 66,667 % und setzten uns direkt auf den dritten Platz.
Die Freude über die Leistung war von uns sehr groß, zu male wir wissen, wie viel Potential noch dahinter steckt. Und auch die Erfahrung gesammelt zu haben, war ein wichtiger Meilenstein.
Samstag: Individual Test
Die Nacht von Freitag auf Samstag war dennoch etwas schlaflos – zumindest von mir. Schließlich war einfach das gesamte Turnier ziemlich aufregend gewesen. Dank guter Vorbereitung war das jedoch beim Reiten selbst kaum merklich. Im zweiten Bewerb ließ ich die Zügel etwas länger – da die Anlehnung am Vortag bei der kürzeren Variante nicht optimal gewesen war – und nahm dosiert die Gerte dazu. Diese kleinen Abänderungen in unserem Plan wirkten sich sehr positiv aus. So konnte der Rappe seinen hervorragenden Schritt besser zeigen und damit konnte auch gleich die Note auf 67,857 % erhöht werden. Zwar blieben wir auf den dritten Platz, konnten aber unseren Kollegen mit Paralympic-Pferd Contessa hinter uns lassen, sodass nur Lokalmatadorin Sara Morganti mit zwei Pferden vor uns gesetzt war.

Sonntag: Freestyle Test
Sich gleich bei dem ersten Turnier für das Finale zu qualifizieren, ist, zumindest für mich, schon ein starkes Stück. Stolz und noch immer aufgeregt – mit lauter Musik zu reiten, während zusätzlich noch der Regen aus den Rinnen plätschert, war schon wieder etwas Neues für uns. Leider merkte man meine doch vorhandene Anspannung gleich am Anfang, als ich mich mit der Länge des Intros verschätzte und die verlorene Zeit im Schritt aufholen musste. Die Linien, die Musik und letztendlich auch die Ausführung kamen bei der Jury sehr gut an und wir erhielten sogar für das „Zügel aus der Hand kauen lassen“ sogar von einer Richterin eine 9,0. Im Gesamtergebnis brachen wir die magische Grenze der 70 % – Genauer gesagt wurde unser Ritt mit 70,111 % bewertet und schafften es auf den 3. Platz. Damit war Heini bei seinem ersten Turnier – ohne Routine und Erfahrung – bereits auf Pommy’s Level angekommen.

Resümee
Für den Start in Heinrichs Turnierpferde-Karriere hätte ich wohl kaum ein besseres Event wählen können: die Location war ein Traum, die Leute waren alle freundlich und auch der zeitliche Ablauf und die Atmosphäre waren sehr entspannt. Mit diesen hohen Noten in den einzelnen Prüfungen habe ich als Reiter überhaupt nicht gerechnet – und umso mehr freue ich mich darüber. Vor allem ist mir bewusst, dass alles noch ausbaufähig ist, da wir zwei noch am Anfang stehen.
Diese Woche habe ich mir jedoch vorgenommen, etwas gemütlicher zu trainieren ehe wir uns auf unser nächstes Turnier vorbereiten. In bereits vier Wochen geht es nämlich nach Kralovice / CZE.

Das war es jetzt erstmal von uns. 🙂
LG Julia und Heini

Über den Autor
Julia Sciancalepore

Verein: Reitverein St. Georg
Sportart: Para – Sport
Geburtstag: 24.09.1995

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